Nachdem die Sitze für unseren Flug nach Washington morgen reserviert waren, ein weiterer Blogeintrag geschrieben und wir uns über Skype mit Bastian, Mutti und unseren Nachbarn nett unterhalten hatten, begaben wir uns per Auto auf eine "Stadtrundfahrt".
( Hier muß ich jetzt mal kurz "Danke!" sagen an Bastian, der uns seinen wesentlich leichteren - im Gegensatz zu meinem eigenen - Laptop zur Verfügung gestellt hat, und an Felix, der mir immer hilft, wenn ich mal wieder an technischen Problemen zu scheitern drohe - z.B., wie ich die Videos von den See-Elefanten eingestellt bekam...)
Eigentlich haben wir uns ja angewöhnt, in uns unbekannten Städten immer erst mal eine Guided Tour zu machen, am liebsten mit den "Hop on-Hop off"-Bussen, die es weltweit ( z.B. in Sydney, New York, Hamburg ) immer häufiger gibt. Dabei bekommt man einen ersten Überblick und kann dann entscheiden, wo man sich noch genauer umsehen möchte.
Hier in San Francisco gibt es eine interessante Alternative dazu: Eine sogenannte "Scenic Route", einen 49 Meilen langen, ausgeschilderten Rundweg, der vorbeiführt an den meisten Attraktionen der Stadt.
Da wir heute noch unseren Mietwagen hatten ( den wir nach 21 Tagen morgen abgeben, bevor wir nach Washington fliegen ), wollten wir das ausnutzen und haben uns auf diesen Rundweg gemacht.
Es war eine abwechslungsreiche Fahrt! Zunächst zum Sankt-Andreas-Graben, der Erdspalte, die anzeigt, wo sich die nordamerikanische Erdplatte gegenüber der pazifischen Platte verschiebt - jedes Jahr um etwa 6cm.
Ich hatte irgendwie ein reichlich mulmiges Gefühl dabei, dort zu stehen - immerhin wartet man hier seit langem schon auf "The Big One", das große Erdbeben...
Unterwegs haben uns die Häuser an der Strasse sehr unterhalten - überwiegend uniform zweigeschossig, aber hier darf offenbar ansonsten jeder Hausbesitzer seinen Wunsch nach Individualität ausleben: Kunterbunt, zum Teil mit Stuck und anderen lustigen Elementen gestaltet, mit viel Liebe zum Detail, und sogar einen Gartenzwerg haben wir auf einem Balkon entdeckt! Die Fotos in der Collage sind auf ca. 500m entstanden...
Weiter ging es zum Lake Merced, ebenfalls im Westen gelegen, wo wir uns über die "Apartheit" unter den Vögeln amüsierten - die schwarzen Kormorane auf dem einen Bootssteg, die weißen Möwen auf dem anderen...
Nachdem wir gestern Abend das "Hippieviertel" Haight Ashbury nur im Dunklen gesehen hatten, machten wir noch einen kleinen Abstecher dorthin - leider fand ich dann doch kein Retro-Flowerpower-Kleid für mich...
Im Viertel südlich der Market Street, Castro, das die Hochburg der amerikanischen Gay Community ist ( klar erkennbar z.B. an vielen Regenbogen-Fahnen an den Gebäuden ) haben wir in einer Creperie sehr gut und günstig zu Mittag gegessen - und Dieter ein paar Damen "erobert", die ganz offensichtlich eher einander zugetan waren...
An vielen Stellen der Stadt lassen sich natürlich abenteuerliche und verwirrende Fotos machen - die z.T. wirklich extrem steilen Strassen stellen die Wahrnehmung schon ein bißchen auf den Kopf ( siehe Fotos!).
Weiter ging es in das moderne San Francisco, mit Wolkenkratzern ( wirklich erdbebensicher???)
wie z.B. der "Transamerika Pyramide", dem höchsten Gebäude der Stadt, und natürlich der Cable-Car-Bahn, die zum Nob Hill hinaufführt, dem vornehmen Viertel mit den ganz teuren Villen und Hotels.
Zurück im Hotel, haben wir uns mitgebrachte Tiefkühl-Nudelgerichte in unserer Mikrowelle ( mußten wir nun auch mal ausnutzen!) warmgemacht - bääääh, schmeckten scheußlich! Naja, die Erfahrung muß man auch mal machen...
Morgen geht es dann um 8h Richtung Flughafen - das Wetter in Washington soll auch ganz toll sein, 22-25°C, wäre ja schön, wenn das stimmte!
Samstag, 3. Oktober 2009
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