Dienstag, 6. Oktober 2009

Erster Tag in Washington

Am Sonntag, 4.Okt., wachten wir bei strahlend blauem Himmel auf. Allerdings erst recht spät...
Ob der Grund Jetlag, Vollmond, ein bißchen Bauchgrummeln bei mir waren oder die Tatsache, daß wir natürlich mit unseren Gedanken bei Tobias waren, der sich auf das Abenteuer Marathonlauf in Köln eingelassen hatte...- wer weiß!
Auf jeden Fall brachten wir es nicht fertig, das Hotelzimmer zu verlassen, bevor wir nicht wußten, daß er erfolgreich ( in unter 4 Stunden! ) und gesund seinen ersten ( und hoffentlich auch letzten!) Marathon absolviert hatte! Dolles Ding!
Es war deshalb früher Nachmittag, bis wir uns zu Fuß zunächst zum Weißen Haus aufmachten.
Dieter amüsierte sich, als ich vor diesem denkwürdigen Gebäude zunächst nichts Besseres zu tun hatte, als graue Eichhörnchen zu fotografieren....
Währenddessen entdeckte er einen Stand, an dem seit 1981 ohne Unterbrechung für Frieden demonstriert wird - und wo sogar ein großer Zettel mit deutscher Aufschrift klebte, der ganz eindeutig von der größten Friedensdemo ( 400 000 ) stammte, die es jemals in Deutschland gegeben hatte, der im Jahre 1981 in Bonn - wo Dieter auch dabei war!
Auf der anderen Seite des White House, der Vorderseite, wurden wir von dem eigentlichen Weg, der dort vorbeiführte, weggeleitet - von Polizisten, die angeblich keine Ahnung hatten, warum wir uns dem Gebäude nur auf ca.500m nähern durften...
An der Absperrung stand dann eine Gruppe von amerik. Touristen, die aus der Entfernung fotografierten und plötzlich in laute Begeisterung ausbrachen:" It's him! With the two daughters!" Damit wurde klar, warum wir nicht näher ran durften und außerdem auf dem Dach Polizisten standen: Obama war gerade einem schwarzen SUV entstiegen und ins Haus gegangen. Nachdem dann alle Umstehenden das entsprechende Foto vom Kamera-Display der glücklichen Besitzerin abfotografierten, habe ich mich angeschlossen...- so kam die nicht ganz ernst gemeinte "Breaking News"-Story zustande!
Danch machten wir uns auf Richtung Capitol - um uns plötzlich mitten in der Türkei zu befinden!
An diesem Tag fand in Sichtweite des Senatsgebäudes ein türkisches Fest statt, mit Döner, Tänzern und allem, was dazu gehört.
Hungrig geworden betraten wir das "Elephant & Castle"-Restaurant in der Nähe - die Schlangen an den Dönerbuden waren uns zu lang...- Was das Essen anging, wären wir womöglich mit einem Döner besser dran gewesen...- aber dafür hatten wir eine interessante Begegnung: Am Nebentisch saß ein junger Mann, der aufhorchte, als er uns deutsch sprechen hörte. Er stellte sich dann vor und erzählte, er habe einige Zeit in Augsburg gelebt. Als Dieter daraufhin sagte, okay, das ist Bayern, wir hingegen seien "Prussians", kannte seine Begeisterung kaum Grenzen: Er sei ein absoluter Bewunderer Bismarks! --- ????? ---- Es stellte sich dann heraus, daß er sich in deutscher Geschichte bald besser auskannte als wir, jetzt beim FBI arbeitete und begierig war, sich mit uns über Politik u.a. zu unterhalten. Aus dem geplanten kurzen Essen wurden über 4 Stunden - mit lebhaftem Informationsaustausch verging die Zeit wie im Fluge!
Danach ging es dann nur noch ins Hotel zurück - wir haben ja noch Zeit in Washington!

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